Vor 14 Jahren war die Mercedes M-Klasse der erste SUV der Schwaben und Vorbild vieler Konkurrenten. Nun will sie wieder Vorbild sein: beim Durst.
16.09.2011 Timothy Pfannkuch
Bloss keine Experimente? Genau das galt wohl für die Optik der neuen M-Klasse von Mercedes. Sie sieht so aus, wie man es erwartet. Klar, die Linien wurden dezenter und eleganter, aber sonst?
Grösste Änderung sind noch die neu waagrechten statt senkrechten Leuchten am Heck. Macht aber nichts, denn unter dem Strich sieht der leicht auf 4,95 m Länge gewachsene Nobel-SUV auch in der Ausgabe 2011 sehr schick aus.
Reisen in der ersten Klasse
Gottlob stimmt das auch im Cockpit. Vor allem die erste Generation der nach wie vor in den USA gebauten M-Klasse kassierte Kritik für die landestypisch unbekümmerte Verarbeitungsqualität und Materialanmutung.
All das ist passé, alles sitzt und passt nun perfekt und fasst sich so hochwertig an, wie es aussieht – und kostet. Vorne wie hinten reist man hier erster Klasse; das Raumgefühl und die Sitze sind schlicht exzellent.
Erstmals mit vier Zylindern
Erstmals findet der 2,1-Liter-Diesel den Weg in eine M-Klasse: Im ML 250 BlueTec stecken „nur“ vier Zylinder, aber 204 PS und stolze 500 NM Drehmoment ab 1600 U/min. Damit erreicht das 2‘150 Kilo schwere SUV in neun Sekunden Tempo 100 und schluckt theoretisch 6,0 Liter auf 100 km.
Leider stand dieser Motor bei der Testfahrt noch nicht bereit. Dafür bewähren sich beide V6, ebenfalls mit serienmässigem Stopp-Start-System,
Automat und Allrad, als so kultiviert wie kräftig. Dabei passt der wuchtbrummige 3,0-Liter-V6-Diesel mit 258 PS und 620 NM noch besser als der seidige 3,5-Liter-V6-Benziner mit 306 PS. Die Normverbrauchswerte: 7,8 bzw. 8,8 l/100 km. Optional gibt es ein Offroadpaket mit sechs Fahrprogrammen.
Die SUV-Konkurrenz:
» VW Touareg - Koloss auf Diät
» Hyundai ix55 - Gross & günstig
» Audi Q7 vs. BMW X5 - Asphalt-Cowboys
Kernkompetenz Komfort
Unterwegs will die M-Klasse, unter anderem dank Features wie Wankstabilisierung (5‘555 Franken Aufpreis), sowohl komfortabler wie dynamischer sein. Aber seien wir ehrlich: Die Mercedes-Domäne lautet Komfort. Hier punktet „der M“ exzellent, alle Unebenheiten werden fein ausgebügelt.
In Sachen Dynamik gibt es Verbesserungen, es geht wie auf Schienen um Kurven. Aber Dickschiffe sind eben keine Cityflitzer. Und deutsche Edelmarken keine Discounter: Der M kostet mit zehn Jahren bzw. 100‘000 Kilometer Gratisservice ab 80‘000 Franken – abzüglich der derzeit 20 Prozent „Eurorabatt“.
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