"Nur" die dreitürige Version eines alten Bekannten? Absolut nicht! Der Opel Astra GTC macht aus dem braven Kompaktmodell ein feines Sportcoupé.
Der Blick trügt: Der Opel Astra GTC „guckt“ zwar wie ein typischer Astra, die vermeintlich identische Front ist aber ebenso neu wie das restliche
Auto. Nur Türgriffe, Aussenspiegel und Antenne stammen vom Fünftürer.
Lohnt sich das für 15 Prozent Anteil an den Astra-Verkäufen? Opel sagt ja – und für die Augen lohnt es sich fraglos: Aus dem gutbürgerlichen Kompakten ist ein schneidiges Coupé entstanden. Die breiten Schultern machen das Heck des 4,47 m langen GTC zum Hingucker.
Praxistauglicher als erwartet
Angesichts der schicken Dachlinie verblüfft es, dass man im Fond eine Menge Raum für Kopf und Beine hat. Selbst das Gepäckabteil ist mit 380 bis 1165 Liter reisetauglich. Schön und gut, aber für Fahrer mit sportlichen Ambitionen ist natürlich das Cockpit wichtiger.
Hier enttäuscht der Astra GTC etwas: Geänderte Teile hin oder her, wird aus dem praxisbetonten Arbeitsplatz kein flippiges Designstudio. Dafür sind die Verarbeitung tadellos und die Sitze exzellent; am Ende missfallen nur die zu breite A-Säule (Sicht in Kurven) und zu viele Tasten in der Mittelkonsole.
Die Power ist da - nur der Extra-Kick fehlt
Die Motorenpalette reicht vom 1,4-Liter-Benziner (Sauger: 100 PS, Turbo: 120 oder 140 PS) über den 2,0-Liter-Diesel mit 165 PS (Werksverbrauch: 4,8 l/100 km) zum 1,6 Turbo mit 180 PS.Ehe Mitte 2012 die 280 PS starke OPC-Version losdonnert, ist der 1,6-Liter das bei uns meistgefragte Modell – und unser Testauto.
Der Vierzylinder legt kräftig los und dreht willig hoch, wirkt aber gerade wegen der Elastizität (230 NM Drehmoment bei 2200 bis 5400 U/min) zu unaufgeregt: Man ist flott unterwegs (0-100 km/h in 8,3 s, Spitze 220 km/h), aber es fehlt uns der letzte „Kick“.
Ebenfalls schade: Nur die 1,6 Liter-Version hat kein Start-Stopp-System. Auch deswegen sind die 7,2 Liter auf 100 km Normverbrauch nicht gerade rekordverdächtig.
Ausgewogene Sportlichkeit
Seinen hohen Spassfaktor verdankt der GTC dem frisch konstruierten Fahrwerk: Man muss nicht BMW heissen, um Dynamik ohne Härte hinzubekommen. Im Alltag federt der GTC Unebenheiten locker weg, in Kurven wirkt er dank präziser Lenkung und leichtem Einlenken agil. Das macht das Coupé nicht zum Extremsportler, reicht aber locker für eine vergnügte Kurvenfahrt. Das Verstellfahrwerk (1‘300 Franken Aufpreis) mit seinen Modi Standard, „Sport“ und „Tour“ braucht man nicht unbedingt.
Schön, dass man es sich aber trotzdem leisten kann. Denn der GTC kostet keine Unsummen. Die Preise beginnen bei 28'900 Franken, unsere 1,6-Liter-Testversion gibt es ab 34'300 Franken. Zudem darf der Käufer derzeit noch 3'100 Franken Eurobonus und bei Optionen bis Ende Dezember Frühbucherrabatt abziehen.
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