Der Range Rover Evoque ist wohl DER Lifestyle-SUV schlechthin. Von britischer Zurückhaltung hält der avantgardistische Offroader wenig. Dennoch vergisst er seine Wurzeln nicht.
Die Liebe zum Detail, welche die Ingenieure und Designer bei der Entwicklung des Range Rover Evoque an den Tag gelegt haben, fällt sofort auf. Bereits beim Einstieg sind die edlen Materialien und deren gute Verarbeitung fühlbar, nach einigen Metern Fahrt erstaunt das komfortable Fahrwerk. Hier und da wurde der schicken Optik leider etwas viel Platz geopfert – besonders im dreitürigen Coupé.
Eindeutige Herkunft
Drei Ausstattungsvarianten, coupétypisch abfallende Dachlinie, kleine Fenster, sportiver Heckspoiler und extravagante Halogenscheinwerfer: Der Range Rover Evoque ist ein durchgestylter Hingucker. Trotzdem lässt er keinen Zweifel an seiner Herkunft zu. Die wuchtige Front weist ihn als waschechten Land Rover aus.
Dass er diese Design-DNA nicht zu unrecht trägt, wird spätestens beim Abstecher ins Gelände klar. Virtuos chauffiert der 4,35 m kurze „Babyrange“ seine Insassen dank permanentem 4x4-Antrieb (ab Frühling wird es zudem einen günstigeren Fronttriebler geben) und fünf per Tastendruck wählbaren Fahrprogrammen über jeden Untergrund.
Für dynamischen Vortrieb bis zu 217 km/h Spitze sorgt ein 240 PS starker Benziner. Alternativ stehen zwei 2,2-Liter-Diesel (150 und 190 PS) zur Wahl.
Verbaute Sicht
Sobald die Stadt zum Tummelplatz des Evoque wird, offenbaren sich allerdings einige Schwächen. Nicht in Bezug auf die Fahrwerksabstimmung, den Fahrkomfort oder die Dynamik. Und auch nicht wegen des Verbrauchs, der etwas höher als der angegebene Werkswert von 8,7 Litern ausfällt.
Wohl aber was die Rundumsicht anbelangt. Die riesigen, beheizbaren Aussenspiegel sind in Kombination mit den A-Säulen erbarmungslose Übersichts-Killer und die Heckscheibe ähnelt einem schmalen Kellerfenster. Letzteres vermag die optionale Rückfahrkamera (520 Franken) einigermassen zu kompensieren, die via 8-Zoll-Screen scharfe Rückblicke erlaubt.
Zusätzlich stehen Parksensoren und ein «Surround Camera»-System (1720 Franken ab Ausstattungslinie Dynamic) bereit, um die auf dem Designaltar geopferte Übersicht wiederherzustellen.
Ausgefallenes Interieur
So extravagant die äussere Form, so speziell das Interieur. Zum roten Coupé gibt’s passend rote, bequeme Sportledersitze mit gutem Seitenhalt. Flankiert von der breiten Mittelkonsole gefällt die erhöhte Sitzposition. Instrumente, Tasten und das von Jaguar gesponserte Einstellrad der
Automatik sind gut erreichbar, nutzerfreundlich und übersichtlich angeordnet.
Einzig die Grafiken der beiden Displays muten unpassend altmodisch an. Und als ebenfalls nicht ganz durchdacht erweist sich der Fond des ab 43‘900 Franken erhältlichen Coupés. Ein- und Ausstieg geraten zur akrobatischen Trainingseinheit, Kopf- und Beinfreiheit sucht zumindest ein Erwachsener vergebens. Familien sei daher der Fünftürer empfohlen. Der ist fünf Zentimeter höher und ab 42'900 Franken zu haben.
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