Hyundai entert die Liga kompakter Coupés: Der neue Veloster sieht cool aus, hat ein originelles Türkonzept und kostet nicht die Welt. Nur etwas fehlt noch: Power.
Wasser predigen und Wein trinken?
Autokäufer machen es umgekehrt: Bei der Premiere wird das coole Nischenmodell beklatscht – später aber das brave 0815-Modell gekauft. Ein Beispiel: Angehimmelt wird der Scirocco, gekauft meist der Golf. Einkäufe und Kinder sprechen leider gegen zweisitzige Coupés.
Hyundai versucht, dieses Dilemma beim Veloster mit einem Clou zu lösen, den wir vom Mazda RX-8 kennen: drei statt zwei Türen. Eine auf der Fahrer-, zwei auf der Beifahrerseite.
Aussehen & Ausstattung? Top!
Das sieht so peppig, schneidig und aufregend aus wie der ganze, 4,22 m lange Veloster – und hilft. Zwar ist der Einstieg nach hinten eng, aber immerhin leichter als bei Zweitürern. Schade, dass man im Fond trotzdem leidet. Zwar haben die Beine Raum, dafür knallt der Kopf regelmässig gegen die Heckscheibe.
Egal, Coupés sind per se ein Fall für zwei, und für die ist alles prima. Wie bereits bei i40 oder ix35 beweist Hyundai, dass man in Südkorea weiss, was Europäer betört: Alles sieht attraktiv aus, man sitzt gut und die Qualität ist so tipptopp wie die Bedienung.
Hinreichend komfortabel, aber im Kern straff und sportlich getrimmt, animiert der 1,3-Tönner zu forcierter Fahrt. Die Lenkung ist exakt, die Fahrdynamik sitzt, die Stabilität in Kurven ist bestens – und deshalb verzeihen wir gerne das Gerumpel auf ungepflegter Piste.
Wermutstropfen: Die Power fehlt
Beim Fahrspass leider nicht ganz mitmachen mag der 140 PS starke 1,6-Liter-Motor. Ironischerweise wirkt er mit optionalem 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (genannt DCT) besonders lethargisch: Nur 167 NM Drehmoment bei 4‘850 U/min lassen ihn erst bei hohen Drehzahlen in Laune kommen. Die erreicht er im
Automatikmodus allerdings nur unwillig und mit nervigem Heulen.
Der Durst ist mit 6,4 l/100 km (Norm) bzw. 7,3 l/100 km (Test) für die gefühlte Power kein Hit. Und 0 bis 100 km/h in 10,3 s und 200 km/h Spitze sind am Stammtisch zu wenig. Immerhin: im Herbst soll der Veloster Turbo mit etwa 210 PS folgen.
Viel Coupé für wenig Geld
Der Turbo dürfte teurer werden als die 27'990 Franken (inklusive fünf Jahren Garantie und guter Serienausstattung), welche der 1.6 GDi kostet. Falls gewünscht, werden zusätzliche 1'600 Franken für das DCT-Getriebe fällig.
Der Aufpreis für den Turbo dürfte sich allerdings verschmerzen lassen – denn der freche Veloster hat es verdient, so rassig zu fahren, wie er aussieht.
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