Alles neu und doch bekannt: Der neue 1er sieht nicht nur so aus, wie man sich einen kompakten BMW vorstellt, sondern ist auch so sportlich wie erwartet.
16.01.2012 Timothy Pfannkuchen
Ganz ehrlich: Als erste Bilder vom neuen 1er veröffentlicht wurden, dachten wir: "Wie, neue Generation? Ist doch nur ein Facelift...". Ist es aber nicht – der zweite 1er ist komplett neu, aber bleibt sich treu.
Wozu auch Risiken eingehen, wenn sich das bisherige Rezept bewährt hat? Nur am Heck sieht der Neue ein wenig nach dem Alten aus. Der Rest ist schickes Frontdesign im aktuellen Stil, und die „hängende“ Schwellerlinie ist endlich Vergangenheit.
Ausgewogener Spass
Wie erwartet punktet der 1er, wenn man das Erobern kurviger Landstrassen als echtes Freizeitvergnügen statt lästige Pflicht betrachtet: Als nach wie vor einziger Hecktriebler der Klasse sprintet er mit einer Selbstverständlichkeit um Ecken, die sehr viel Freude bereitet: In diesem
Auto ist Dynamik stets garantiert.
Sehr präzise, allerdings unerwartet leichtgängiger als zuvor gibt sich die Lenkung. Der Komfort bleibt trotz der enormen Handlichkeit nicht mehr auf der Strecke: Extrem ausgewogen, macht das straffe Fahrwerk kaum negativ auf sich aufmerksam.
Das gewohnte Aroma
Polarisierende Überraschungen verkneift sich BMW auch innen – sieht man mal von der Kontrastfarbgebung und blauem oder orangem Innenlicht ab (Teil der „Urban Line“ für 2'620 Franken).
Bis auf ein paar wenige Hartplastikteile – auch BMW kocht in der Kompaktliga mit Wasser – wirkt alles qualitativ top und ist bestens in Form. Einzig der an sich geräumigere Fond bleibt dennoch knapp.
Deftiger Dieseldampf
Alles andere als karg fällt die Power im 120d aus: 184 PS aus zwei Litern Hubraum und 380 NM Drehmoment ab 1750 U/min, die in den perfekten, 3'200 Franken teuren 8-Stufen-Sportautomat fliessen. Der 120d eilt damit nicht nur in 7,3 Sekunden auf 100 km/h und bis auf 228 km/h Spitze, sondern wirkt dabei auch stets spontan und kraftvoll.
Nur eine Winzigkeit leiser dürfte er sein, aber das Brummen stört kaum. Schade, wird das Sparversprechen nicht eingelöst. Statt gelobter 4,5 l/100 km waren es im Test trotz Stopp-Start 5,9 l/100 km, was aber in Ordnung ist, zumal der 120d stets zu flotter Fahrt animiert.
Kein Fall für Sparfüchse
Ohnehin gewöhnt man sich Sparen bei BMW schnell ab. Bereits der kleinste 1er (116d, 116 PS) kostet 36'700 Franken, der 120d samt Sportautomat ab 46'800 Franken – das ist trotz 10 Jahren bzw. 100'000 km Gratisservice viel.
Noch ein paar schöne Optionen, schon knabberte das Testauto an der 70’000-Franken-Grenze. Aber das hat Fans noch nie vom Sportler der Golf-Liga ferngehalten.
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