Montag, 17.10.2011
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Kamber: "Die Mannschaft ist intakt"

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Janick Kamber

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Nach rund einem Viertel Spielzeit in der Axpo Super League liegt Aufsteiger Lausanne-Sport mit nur einem Sieg aus elf Spielen auf dem letzten Rang. Doch Panik herrscht bei den Romands deswegen (noch) keine. U17-Weltmeister Janick Kamber erklärt im Interview mit SPOX, wieso Lausanne noch die Kurve kriegen wird.

SPOX
: Janick Kamber, mit dem FC Lausanne-Sport machen Sie momentan eine schwere Zeit durch. Aus elf Spielen hagelte es bisher acht Niederlagen. Wie beschreiben Sie den momentanen Zustand der Mannschaft?

Janick Kamber: Sie ist intakt und wir bleiben guten Mutes, dass wir die Kurve noch kriegen werden. Selbstverständlich sind wir uns bewusst, dass wir momentan in einer schwierigen Situation sind, aber wir halten zusammen und wissen, dass jeder dem Andern vertrauen kann und jeder alles für das Team und den Club gibt. Das stimmt mich positiv.

SPOX: Am Wille und der Leidenschaft mangelt es nicht. Was ist dann der Hauptgrund, dass es mit dem Punktesammeln noch nicht so recht geklappt hat?

Kamber: Da gebe ich ihnen recht, an der Leidenschaft und dem Willen fehlt es ganz bestimmt nicht. Ich denke, in gewissen Situationen fehlte uns vielleicht die Routine und die Kaltblütigkeit, um ein Unentschieden oder gar ein Sieg mehr zu erkämpfen. Die Grundeinstellung der Mannschaft ist jedoch durch und durch positiv.

SPOX: Zu denken geben, muss allerdings die offensive Torimpotenz – acht Tore in elf Spielen sind eindeutig zu wenig. Können Sie sich das erklären?

Kamber: Schwer zu sagen. Da wir ein Aufsteiger sind, versucht natürlich jede Mannschaft uns hinten einzuschnüren und mit Defensivarbeit zu beschäftigen. Daher kommen die Offensivaktionen bei uns manchmal ein wenig zu kurz. Als umso wichtiger betrachte ich es, dass wir ein Spiel auch mal 1:0 gewinnen können.

SPOX: Bei Erfolg und Misserfolg spielt ja meistens das Selbstvertrauen die Hauptrolle. Wie versucht Martin Rueda dieses bei den Spielern wieder herzustellen?

Kamber: Durch Gespräche mit den Spielern und der ganzen Mannschaft. Er betont immer wieder, dass wir nicht zweifeln, sondern weiterhin frech aufspielen sollen.

SPOX: Sie spielten lange in der U21 des FC Basel. Dort erlebten Sie wohl durchgehend erfolgreiche Zeiten. Ist es in Ihrer noch jungen Karriere das erste Mal, dass Sie mit einer Mannschaft eine solch sportliche Misere durchlaufen müssen?

Kamber: Das stimmt, ich hatte eine mehr oder weniger erfolgreiche Zeit beim FC Basel. Es war schön die positive Kehrseite der Medaille zu sehen. Aber auch die andere Seite der Medaille zu sehen, betrachte ich als interessante und positive Erfahrung. Ich sehe dies als Chance, mich weiter zu entwickeln und an mir zu arbeiten.

SPOX: Auf diese Saison hin entschieden Sie sich zu einem Wechsel von Basel zu Aufsteiger Lausanne, weil Sie sich dort mehr Spielpraxis erhofften. Bisher kamen Sie aber überraschenderweise erst zu einem Voll- und sieben Teileinsätzen in der Meisterschaft. Hand aufs Herz: haben Sie nicht mit mehr Einsätzen gerechnet?

Kamber: Natürlich. Jeder Fussballer möchte immer spielen und der Mannschaft helfen. Allerdings liegt diese Entscheidung beim Trainer und wenn er entscheidet, dass ich nicht spiele, muss ich diese Entscheidung akzeptieren und versuchen der Mannschaft von der Bank aus so gut es geht zu helfen.

SPOX: Was fehlt Ihnen noch, um sich einen Stammplatz zu ergattern und Ihren Konkurrenten Jerome Sonnerat auszustechen?

Kamber: (lacht) Diese Frage werde ich Ihnen ganz bestimmt nicht beantworten, sonst kann sich „Jay“ ja darauf einstellen und der Überraschungseffekt wäre dann dahin. (schmunzelt)

SPOX: Spielen Sie eigentlich lieber im linken Mittelfeld oder in der Abwehr?

Kamber: Das spielt mir keine Rolle, ich fühle mich auf beiden Positionen wohl.

SPOX: 2009 wurden Sie mit der Schweizer U17-Nationalmannschaft in Nigeria sensationell Weltmeister. Vom damaligen Team, haben mit Ricardo Rodriguez, Granit Xhaka und Nassim Ben Khalifa bereits drei Spieler den Sprung ins A-Team geschafft.

Kamber: Das freut mich natürlich sehr! Für mich ist es auch ein gutes Zeichen. Es zeigt, dass die Leistungen entsprechend belohnt werden, wenn man hart an sich arbeitet.

SPOX: Wie sieht Ihre Karriereplanung aus? Was für kurz- und langfristige Ziele haben Sie sich gesetzt?

Kamber: Kurzfristig steht Lausanne voll im Fokus. Ich will hier noch mehr zum Einsatz kommen und vor allem mit der Mannschaft den Abstieg verhindern. Längerfristig habe ich mir noch nicht allzu viele Gedanken gemacht. Sicher ist aber, dass ich eines Tages unbedingt in der Bundesliga spielen möchte - am liebsten natürlich bei meinem Lieblingsverein dem FC Bayern München. (schmunzelt)

SPOX: Sagen Sie uns zum Schluss, wieso der FC Lausanne-Sport die Kurve noch kriegen und nicht absteigen wird?

Kamber: Weil wir als Mannschaft und Klub noch enger zusammenrücken werden und uns mit aller Macht gegen den Abstieg wehren werden, so das jeder Gegner weiche Knie bekommt, wenn er die Pontaise betritt.

Interviewaufzeichnung: Etienne Güngerich
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