In der National League A rutschte der EV Zug zwar auf den vierten Rang ab. Nach Verlustpunkten würden die Innerschweizer die Tabelle jedoch immer noch anführen. Zuletzt sorgte der sensationelle Sieg gegen die New York Rangers für eine Euphoriewelle. SPOX unterhielt sich für Sie mit Verteidiger Yannick Blaser über den unvergesslichen Abend, den bisherigen Saisonverlauf und das grosse Selbstvertrauen der Spieler.
SPOX:
Yannick Blaser, beim
EV Zug kann man getrost von einem geglückten Saisonstart sprechen. Was sind für Sie die Gründe, warum es in dieser Spielzeit so gut läuft?
Yannick Blaser: Wir haben innerhalb der Mannschaft ein tolles Klima. Keiner ist sich zu schade, für den Anderen zu kämpfen. Ausserdem ist die Mehrheit der Spieler in Form, so dass man sich optimal gegenseitig unterstützen kann. Ein weiterer Punkt ist, dass wir in unsere Stärken vertrauen und sie sehr gut ausspielen können.
SPOX: Hat sich im Vergleich zur letzten Saison etwas konkret verändert, das zum Erfolg geführt hat?
Blaser: Nein, nicht viel. Im Vergleich zum Vorjahr sind wir jedoch im Kader breiter besetzt und können so besser auf Verletzungen oder Formschwankungen einzelner Spieler reagieren.
SPOX: Beim EVZ macht es den Anschein als würden die Spieler über ein unerschüttliches Selbstvertrauen verfügen. Wenn es einmal nicht läuft und man in Rückstand gerät, lässt sich die Mannschaft nicht aus der Ruhe bringen und glaubt fest daran, das Spiel noch zu drehen.
Blaser: Ja, da gebe ich Ihnen Recht. Wir kennen unsere Stärken und geben ein Spiel nie verloren. Ein Eishockeyspiel dauert bekanntlich 60 Minuten – da ist immer alles möglich. Das Selbstvertrauen, das wir derzeit besitzen, ist momentan sicherlich unsere grösste Stärke. Dazu kommt, dass streng nach dem Motto „Never give up“ spielen.
SPOX: Inwiefern hat sich der Sieg über die New York Rangers auf das Selbstvertrauen ausgewirkt?
Blaser: Das war natürlich ein unvergesslicher Abend und eine phantastische Erfahrung für uns alle, schliesslich kann man sich nicht alle Tage mit einem NHL-Team messen. Dass wir das Spiel gewinnen konnten, hat uns sicherlich noch eine Extraportion an Selbstvertrauen gegeben.
SPOX: Konnten Sie diesen historischen Sieg schon ein bisschen einordnen oder wird dies wohl erst Ende Saison passieren, da es nach dem Spiel schon wieder mit der Meisterschaft weiterging?
Blaser: Umgehend nach dem Spiel haben wir den Sieg selbstverständlich gefeiert. Allerdings wollten wir uns schnell wieder auf unsere Hauptaufgabe - die Meisterschaft – konzentrieren, was uns auch gut gelungen ist. Der Sieg gegen die Rangers war sicherlich schön, doch im Kampf um die Meisterschaft, nützt er uns rein gar nichts!
SPOX: Auffallend ist, dass der EVZ in der Defensive stabiler wurde. Liegt das am System, den neuen Verteidigern Furrer und Helbling oder spielt man schlicht und einfach mit weniger Risiko?
Blaser: Ich bin zufrieden, wie gut unser System bereits funktioniert. Vergessen darf man jedoch auch nicht, dass unser Goalie Jussi Markkanen eine starke Saison spielt. In den bisherigen Spielen hat er bewiesen, wie wertvoll er für uns ist. Und auch die beiden neuen Verteidiger Timo Helbing (kam von Kärpät Oulu, Anm.d.Red.) und Andreas Furrer (von Rapperswil, Anm.d.Red.) haben die Abwehr mit ihrer Erfahrung zusätzlich stabilisiert.
SPOX: Zu Beginn der Saison liefen Sie fast immer als siebter Back auf. Mit
Samuel Erni duellieren Sie sich um einen Platz unter den ersten drei Backpaars. Wie beurteilen Sie ihre Situation mit Ihrer Eiszeit?
Blaser: Schlussendlich entscheidet der Trainer, wer spielt und wer wie viel Eiszeit erhält. Ich muss einfach versuchen, in jedem Einsatz – egal ob im Training oder Spiel – mein Maximum herauszuholen und der Mannschaft zu helfen. Da ich noch jung bin, muss ich geduldig bleiben und mir meine Chancen erarbeiten. So wie es im Moment läuft, habe ich allerdings nichts auszusetzen.
SPOX: Letzte Frage: Wie schafft es der EVZ, dass man trotz des Erfolgs weiterhin Tag für Tag hart arbeitet und sich nicht auf den Lorbeeren ausruht?
Blaser: Wir dürfen und werden mit Sicherheit nicht plötzlich mit dem bisher erreichten zufrieden sein – wir sind weiterhin hungrig und wollen mehr! Wir haben uns als Mannschaft viele Ziele gesetzt, die wir noch erreichen wollen, dafür müssen wir aber weiterhin alles geben. Das simple Rezept lautet: jeden Tag genau gleich oder sogar noch härter arbeiten als bisher.
SPOX:
Yannick Blaser, besten Dank für Ihre Stellungnahme.
Interviewaufzeichnung: Etienne Güngerich